Produktbild, Preis, ein Link zurück in den Warenkorb, eine Antwort auf die wahrscheinlichste Frage und ein Abmeldelink. Nur an Kunden mit Einwilligung.
Warum Kunden abbrechen
Die gute Erinnerung beantwortet den Grund für den Abbruch. Die häufigsten Gründe laut Baymard Institute [1]:
| Grund | Anteil | Was die Erinnerung tun kann |
|---|---|---|
| Zusatzkosten zu hoch | 40 % | Versandkosten offen nennen, Grenze für Gratisversand zeigen |
| Lieferung zu langsam | 20 % | Lieferzeit in Tagen nennen |
| Kein Vertrauen bei der Zahlung | 19 % | Zahlarten wie Rechnung oder PayPal zeigen |
| Konto anlegen nötig | 18 % | Auf Gastbestellung hinweisen |
| Checkout zu lang | 17 % | Link direkt in den gefüllten Checkout |
Auch in Deutschland ist der Checkout ein Problem: 52 % finden ihn mühsam [2]. Und rund zwei Drittel des Onlineumsatzes entstehen am Handy [3]. Die Erinnerung muss also auf dem kleinen Bildschirm gut funktionieren.
So ist eine gute Erinnerung aufgebaut
- Persönliche Anrede und ein Satz, worum es geht.
- Produktbild, Name und Preis.
- Die wahrscheinlichste Frage beantworten: Versand, Lieferzeit oder Größe.
- Ein klarer Button zurück in den gefüllten Warenkorb.
- „Fragen? Einfach antworten.“ Und dann wirklich antworten.
- Abmeldelink und Hinweis auf das Widerspruchsrecht.
Drei Vorlagen zum Kopieren
Betreffzeilen
- Ihr Warenkorb wartet noch
- Noch Fragen zu Ihren [Produkt]?
- Hat etwas nicht gepasst?
- Ihre [Produkt] sind noch reserviert
Schreiben Sie „reserviert“ nur, wenn Sie wirklich reservieren. Falsche Knappheit kostet Vertrauen.
Der richtige Zeitpunkt
Die erste Erinnerung sollte kommen, solange der Kauf noch frisch ist, zum Beispiel am selben Abend. Eine zweite höchstens einen Tag später. Danach lieber aufhören. In Shopify stellen Sie den Abstand unter „Senden nach“ ein [4].
Die häufigsten Fehler
- Keine Einwilligung. Seit Juli 2026 ist klar: ohne Einwilligung unzulässig [5]. Mehr dazu im Artikel Warenkorbabbrecher-Mail und DSGVO.
- Rabatt in der ersten Mail. Kunden lernen schnell, dass Abbrechen sich lohnt.
- Absender „noreply“. Wer antwortet, bekommt keine Antwort.
- Drei Mails in drei Tagen. Das nervt und führt zu Abmeldungen.
- Link auf die Startseite statt in den gefüllten Warenkorb.
Häufige Fragen
Was gehört in eine Warenkorb-Erinnerungsmail?
Produktbild, Name und Preis, eine Antwort auf die wahrscheinlichste Frage, ein Button zurück in den Warenkorb und ein Abmeldelink.
Wann sollte die Warenkorb-Erinnerung verschickt werden?
Solange der Kauf noch frisch ist, zum Beispiel am selben Abend. Eine zweite Erinnerung höchstens einen Tag später.
Sollte ich in der Erinnerung Rabatt geben?
Nicht in der ersten Nachricht. Sonst lernen Kunden, dass Abbrechen sich lohnt.
Brauche ich für die Erinnerung eine Einwilligung?
Ja, außer bei Bestandskunden, die alle Bedingungen aus § 7 Abs. 3 UWG erfüllen.
Quellen
- Baymard Institute: Cart Abandonment Rate Statistics, Stand 22.09.2025. baymard.com
- Mastercard: 56 Millionen Deutsche brachen 2024 Online-Einkäufe ab, 2025. www.mastercard.com
- HDE Online-Monitor 2025, zitiert nach handel-insight.de. www.handel-insight.de
- Shopify Hilfe-Center: Abgebrochene Checkouts. help.shopify.com
- LDI NRW, 31. Tätigkeitsbericht, zitiert nach IT-Recht Kanzlei, 22.07.2026. www.it-recht-kanzlei.de